Futter und Unterschlüpfe zu entziehen wirkt zuverlässiger als Reizmittel.
Ultraschall und Bewegungsmelder können allenfalls befristet an einer einzelnen Laufroute stören. Testsiegel belegen keine Wirksamkeit gegen Waschbären.
- Räume abends Tierfutter herein, sichere Mülltonnen und sammle Fallobst täglich auf.
- Verschließe Spalten mit verzinktem Gitter ab 2 mm Drahtstärke, 20 bis 30 cm tief eingegraben oder nach außen abgewinkelt.
- Verschließe einen Unterschlupf erst, wenn die Mehl- oder Sandprobe mindestens drei Nächte unberührt blieb und keine Jungtiere dort sind.
- Fangen oder Töten ist Privatpersonen nicht erlaubt; zuständig ist die untere Jagdbehörde.
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Warum reicht Vergrämung allein selten?
Vergrämung allein reicht selten, weil ein Waschbär einen Garten nicht wegen eines unangenehmen Reizes aufgibt, sondern erst, wenn Futter, Schlafplatz und Zugang wegfallen. Ein Reiz, der jede Nacht gleich auftritt, wird für ihn schnell zur Kulisse.
Der Druck auf Gartenbesitzer wächst. Jäger erlegten im Jagdjahr 2024/25 deutschlandweit 284.220 Waschbären, und laut Deutschem Jagdverband (Stand März 2026) kommt die Art in über zwei Dritteln der Jagdreviere vor. Für dich heißt das: Zieht ein Tier ab, während dein Grundstück attraktiv bleibt, rückt meist das nächste nach.
Zwei Strategien stehen sich deshalb gegenüber. Vergrämen setzt Reize, Sichern entzieht Ressourcen und Zugänge. Die verfügbaren Belege, allen voran die Einschätzungen des NABU, sprechen klar für die zweite.
Waschbär schon im Garten: So vertreibst du ihn in vier Schritten
Ist der Waschbär bereits im Garten, entscheidet die Reihenfolge: erst Schlafplatz und Futterquelle bestimmen, dann das Futter abstellen, dann den Unterschlupf räumen und zuletzt die Zugänge sperren. Wer mit dem Sperren beginnt, schließt das Tier im ungünstigsten Fall im Gartenhaus ein oder trennt eine Mutter von ihren Jungen.
Schritt 1: Schlafplatz und Futterquelle bestimmen
Bevor du Maßnahmen gegen Waschbären ergreifst, solltest du herausfinden, wo sich die Tiere tagsüber verstecken und welche Futterquellen sie auf deinem Grundstück nutzen.
Achte dabei besonders auf folgende Anzeichen:
- Typische Schlafplätze: Gartenhäuser, Schuppen, Holzstapel, Hohlräume unter Terrassendielen und Baumhöhlen bieten Waschbären geschützte Rückzugsorte.
- Auffällige Fußspuren: Die handähnlichen Trittsiegel mit fünf langen Zehen können auf die Anwesenheit eines Waschbären hinweisen.
- Zugängliche Futterquellen: Umgeworfene Mülltonnen, aufgerissene Komposthaufen und offen gelagerte Lebensmittelreste können auf nächtliche Nahrungssuche hindeuten.
- Wiederkehrende Kotplätze: Waschbären nutzen häufig feste Stellen als sogenannte Latrinen, an denen sich Kot ansammelt.
Eine Wildkamera mit Infrarot an der vermuteten Laufroute zeigt dir nach zwei bis drei Nächten, wann das Tier kommt und welchen Weg es nimmt.
Latrinen entfernst du nur mit Einweghandschuhen und entsorgst den Kot im Restmüll, nie auf dem Kompost. Waschbären können den Waschbärspulwurm übertragen, dessen Eier auch für Menschen gefährlich sind, deshalb hältst du Kinder und Hunde von Kotplätzen fern.
Schritt 2: Futterquellen noch am selben Abend abstellen
Futter abzustellen ist der wirksamste Einzelschritt, weil Waschbären dort bleiben, wo sie zuverlässig satt werden.
Gehe den Garten jeden Abend vor der Dämmerung durch:
- Mülltonnen: Deckel mit Spanngurt oder Tonnenschloss sichern, Tonnen möglichst in Garage oder geschlossener Mülltonnenbox abstellen.
- Kompost: keine gekochten Speisereste, kein Fleisch, Fisch oder Brot einbringen, bei Bedarf auf einen geschlossenen Thermokomposter umstellen.
- Obst: Fallobst täglich aufsammeln, reife Beeren und Trauben zügig ernten.
- Tierfutter: Katzennapf, Igelfutterstation und Vogelfutter nachts hereinholen.
- Teich und Hühnerstall: Teichnetz spannen, Stall nachts schließen und mit stabilem, verzinktem Gitter statt dünnem Sechseckgeflecht sichern.
Ein häufiger Fehler ist die gut gemeinte Igelfutterstation: Waschbären räumen sie mühelos leer und lernen, dass sich der Besuch lohnt. Sprich auch mit den Nachbarn, denn ein offener Komposthaufen nebenan hebelt deine Maßnahmen aus.
Schritt 3: Unterschlupf räumen und Abwesenheit prüfen
Den Unterschlupf im Garten räumst du, indem du ihn tagsüber unbequem machst und erst verschließt, wenn das Tier nachweislich fort ist.
Das Vorgehen, das Praktiker für Dachböden empfehlen, lässt sich auf Gartenhaus und Schuppen übertragen: Dauerlicht, ein Radio mit Sprechprogramm und Geruchsreize direkt am Ruheplatz, und zwar über mehrere Tage. Holzstapel schichtest du um, Hohlräume unter der Terrasse leuchtest du dauerhaft aus.
Ob der Platz leer ist, zeigt eine Mehl- oder Sandprobe vor dem Einschlupf, die du mindestens drei Nächte lang kontrollierst. Im Frühjahr und Frühsommer ist Vorsicht geboten. Hörst du Fiepen oder kehrt ein Tier mehrfach am Tag zurück, zieht dort vermutlich eine Mutter Junge auf, und du wartest mit dem Verschluss.
Schritt 4: Zugänge dauerhaft sperren
Dauerhaft sperrst du Zugänge mit Barrieren, die der Waschbär weder überklettern noch aufbrechen kann.
Spalten unter Gartenhaus und Terrasse verschließt du mit verzinktem Gitter ab 2 mm Drahtstärke, das du rund 20 bis 30 cm tief eingräbst oder L-förmig nach außen abwinkelst, damit sich das Tier nicht darunter durchgräbt.
Rasenflächen schützt du mit Elektrodraht, Fallrohre und Bäume mit glatten Manschetten; den Aufbau beschreibt der Abschnitt zur Abwehr im Garten.
Was taugen Duftstoffe, Hausmittel und Pflanzen?
Duftbasierte Methoden taugen gegen Waschbären kaum, obwohl sie die beliebteste Einstiegslösung sind. Laut NABU Berlin sind gängige Vergrämungsmethoden wie Lärm, Duftstoffe oder chemische Mittel bei Waschbären an Gebäuden weitgehend wirkungslos. Im offenen Garten verfliegen Gerüche zudem schneller als in einem geschlossenen Raum.
Welches Hausmittel hilft gegen Waschbären im Garten?
Für keines der klassischen Hausmittel ist eine zuverlässige Wirkung gegen Waschbären wissenschaftlich belegt. Laut NABU eignen sich auch stark riechende Mittel nicht zur dauerhaften Vertreibung.
Dazu gehören insbesondere:
- Essig: Der intensive Geruch bietet keinen verlässlichen Schutz vor Waschbären.
- Lavendel und Pfefferminze: Die Duftpflanzen halten Waschbären nicht zuverlässig vom Grundstück fern.
- Knoblauch: Auch sein intensiver Geruch verhindert nicht, dass Waschbären nach Nahrung suchen.
Das Problem ist weniger das verlorene Geld als die verlorene Zeit. Du glaubst die Sache im Griff, während das Tier weiter deinen Kompost leert. Kommen im Frühjahr Jungtiere dazu, ist der Verschluss des Unterschlupfs wochenlang tabu.
Lärm und chemische Mittel scheitern am selben Punkt
Lärm und Chemie ändern nichts an Futter und Unterschlupf, deshalb gewöhnt sich ein Waschbär an sie wie an Düfte. Chemische Granulate und Sprays geraten im Garten zusätzlich mit Gemüsebeet, Haustieren und spielenden Kindern in Kontakt. Wirkstoffe ohne belegten Nutzen auf Flächen auszubringen, auf denen du erntest, ist ein schlechter Tausch.
Ultraschall und Bewegungsmelder: Testsiegel mit Vorsicht lesen
Bei Ultraschallgeräten und Bewegungsmeldern stammen die Wirkversprechen fast durchweg von Herstellern und Händlern selbst. Trenne deshalb Anbieterangaben strikt von unabhängiger Prüfung, bevor du Geld ausgibst.
Was bringt Ultraschall gegen Waschbären im Garten?
Ultraschallgeräte können Waschbären im Garten möglicherweise kurzfristig abschrecken, ihre langfristige Wirksamkeit ist jedoch nicht ausreichend belegt. Da sich die Tiere an wiederkehrende Geräusche gewöhnen können, eignet sich die Technik allenfalls als ergänzende Maßnahme. Zudem durchdringen Ultraschallwellen keine massiven Hindernisse wie Mauern und werden auch von anderen Gegenständen abgeschirmt.
Wenn du Ultraschall gegen Waschbären einsetzen möchtest, solltest du folgende Punkte beachten:
- Gezielt ausrichten: Platziere das Gerät an einer bekannten Laufroute, beispielsweise an einem Durchschlupf im Zaun oder auf dem Weg zum Gartenteich.
- Hindernisse vermeiden: Richte das Gerät auf einen möglichst freien Bereich aus. Hinter Mauern, unter Terrassen oder in abgeschirmten Hohlräumen erreicht der Ultraschall die Tiere kaum.
- Standort regelmäßig wechseln: Versetze das Gerät testweise alle drei bis vier Tage, um eine mögliche Gewöhnung zu erschweren. Ein nachgewiesener Nutzen dieses Vorgehens besteht allerdings nicht.
- Futterquellen beseitigen: Sichere Mülltonnen, Kompost und Tierfutter, damit dein Garten für Waschbären weniger attraktiv wird.
Wie belastbar sind die Testsiegel?
Die Testsiegel für Ultraschallgeräte sind Eigenwerbung und kein Wirksamkeitsnachweis gegen Waschbären. Ein Shop vergibt sich selbst den Titel „Vergleichssieger“. Ein unabhängiger Test, der die Wirkung auf Waschbären prüft, liegt nicht vor.
Worauf du achten solltest: Frage bei jedem Siegel, wer es vergeben hat und ob die Zielart überhaupt geprüft wurde. Ein Urteil zu Verarbeitung, Reichweite oder Bedienung sagt nichts darüber, ob ein Waschbär deinen Garten verlässt.
Bewegungsmelder mit Licht oder Wasser gezielt einsetzen
Bewegungsmelder mit Licht oder Wasserstrahl sind gegen Waschbären nicht als wirksam belegt, taugen aber als Störreiz an einem eng umrissenen Punkt, sofern du die Futterquellen bereits abgestellt hast. Stadtwaschbären kennen Straßenlaternen und Hoflicht. Ein Lichtreiz wirkt deshalb, wenn überhaupt, eher in einer dunklen Gartenecke als an der ohnehin beleuchteten Hauswand.
Ein Wassersprinkler mit Bewegungsmelder trifft das Tier direkt und ist der stärkere Reiz. Er eignet sich allerdings nur in der frostfreien Saison und an Stellen, an denen Spritzwasser nicht stört, etwa am Kompost oder am Beetrand.
So setzt du beide Varianten sinnvoll ein:
- Gerät auf eine einzelne Laufroute oder Futterstelle ausrichten, die du per Wildkamera ermittelt hast.
- Standort alle drei bis vier Tage wechseln, damit kein festes Muster entsteht.
- Licht so montieren, dass es weder aufs Nachbargrundstück noch in Schlafzimmerfenster strahlt.
- Nach spätestens zwei Wochen ohne sichtbare Veränderung abbauen und das Budget in Gitter oder Elektrodraht stecken.
Waschbärabwehr im Garten: Rasen, Fallrohre und Kletterhilfen
Im Garten wirken mechanische und elektrische Barrieren, Gerüche dagegen nicht. Das gilt für den zerwühlten Rasen ebenso wie für den Weg über Fallrohr oder Baum aufs Dach.
Was hilft gegen zerwühlten Rasen?
Gegen Waschbären, die den Rasen auf der Suche nach Engerlingen und Regenwürmern aufwühlen, helfen vor allem mechanische Schutzmaßnahmen. Der NABU Berlin empfiehlt dafür zwei Möglichkeiten, die sich je nach Größe der betroffenen Rasenfläche eignen:
- Kleine Rasenflächen vorübergehend abdecken: Lege Maschendraht oder geeignetes Zaunmaterial flach über die betroffenen Stellen und befestige es mit Erdnägeln. So erschwerst du es dem Waschbären, die Grasnarbe mit seinen Vorderpfoten anzuheben. Achte darauf, dass keine scharfen Drahtenden hervorstehen.
- Größere Rasenflächen mit einem Elektrozaun schützen: Ein fachgerecht installierter, für die Wildtierabwehr geeigneter Elektrozaun kann Waschbären vom Betreten der Fläche abhalten. Anders als eine flächige Abdeckung ermöglicht diese Lösung weiterhin die Rasenpflege. Beim Mähen musst du jedoch ausreichend Abstand zu den Leitungen halten oder diese vorübergehend entfernen.
Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt von der betroffenen Fläche ab. Während sich Drahtabdeckungen vor allem für kleinere Bereiche eignen, kann ein geeigneter Elektrozaun bei wiederkehrenden Schäden auf größeren Grundstücken praktikabler sein. Beide Maßnahmen verhindern den Zugang, beseitigen aber nicht die Engerlinge oder andere Nahrungstiere im Boden.
Engerlinge als eigentliche Ursache angehen
Wenn Waschbären deinen Rasen auf der Suche nach Engerlingen aufwühlen, kann es helfen, den Larvenbefall gezielt zu reduzieren. Prüfe zunächst mit einer Spatenprobe, ob sich tatsächlich Engerlinge im Boden befinden. Nicht jede Engerlingsart schädigt den Rasen und muss bekämpft werden.
Gehe dabei folgendermaßen vor:
- Rasenprobe entnehmen: Stich an zwei bis drei zerwühlten Stellen jeweils ein etwa 30 × 30 Zentimeter großes Rasenstück vorsichtig ab.
- Boden untersuchen: Suche unter der Grasnarbe nach weißlichen, C-förmig gekrümmten Larven mit bräunlichem Kopf.
- Engerlinge bestimmen: Kläre, um welche Käferart es sich handelt. Erst danach kannst du entscheiden, ob eine Bekämpfung sinnvoll ist.
- Geeignete Nematoden einsetzen: Gegen Engerlinge des Gartenlaubkäfers können Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora helfen. Bei anderen Arten hängt die Wirksamkeit vom eingesetzten Präparat und Entwicklungsstadium der Larven ab.
- Anwendungsbedingungen beachten: Bringe die Nematoden entsprechend den Herstellerangaben in Wasser gelöst aus. Entscheidend sind ausreichend feuchter Boden, geeignete Temperaturen und der richtige Behandlungszeitpunkt.
Bis die Behandlung wirkt, solltest du den Rasen weiterhin mechanisch schützen. Eine vorübergehende Drahtabdeckung oder ein geeigneter Elektrozaun kann verhindern, dass Waschbären die Grasnarbe erneut aufwühlen.
Regenwürmer bekämpfst du dagegen nicht, sie halten den Boden durchlässig und fruchtbar. Ist der Rasen vor allem wegen der Würmer attraktiv, bleibt nur die Barriere, bis der Waschbär seine Route ändert.
Wie baust du den Elektrodraht richtig auf?
Ein niedriger Elektrozaun mit zwei bis drei Stromlitzen kann Waschbären wirksam vom Rasen fernhalten. Entscheidend sind die richtige Höhe der Litzen, eine zuverlässige Stromversorgung und regelmäßige Kontrollen. Besonders wichtig ist die unterste Litze, da Waschbären häufig versuchen, Hindernisse zu unterkriechen.
Beim Aufbau gehst du folgendermaßen vor:
- Zaunpfähle aufstellen: Setze Kunststoffpfähle mit geeigneten Isolatoren entlang der zu schützenden Fläche. Bei geraden Strecken können die Abstände etwa drei bis vier Meter betragen. An Ecken und Bodenunebenheiten sind zusätzliche Pfähle sinnvoll.
- Stromlitzen spannen: Befestige die erste Litze etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden, die zweite bei etwa 25 Zentimetern und eine optionale dritte bei ungefähr 35 Zentimetern. Achte darauf, dass die unterste Litze auch bei Bodenunebenheiten nicht zu hoch verläuft.
- Weidezaungerät anschließen: Verwende ein für die Wildtierabwehr geeignetes, normkonformes Elektrozaungerät mit Netz- oder Akkubetrieb. Eine Zeitschaltung kann sinnvoll sein, wenn der Zaun nur nachts benötigt wird.
- Erdung sicherstellen: Installiere den Erdstab entsprechend den Herstellerangaben an einer möglichst feuchten Stelle. Die erforderliche Tiefe und Anzahl der Erdstäbe hängen vom verwendeten Gerät und den Bodenverhältnissen ab.
- Bewuchs entfernen und Spannung kontrollieren: Halte Gras und andere Pflanzen von den stromführenden Litzen fern. Feuchter Bewuchs kann die Spannung reduzieren. Prüfe den Zaun regelmäßig mit einem geeigneten Zaunprüfer.
Verwende Litzen statt Elektronetzen, denn in Netzen verfangen sich Igel und können an wiederholten Stromschlägen sterben. Grenzt der Zaun an einen öffentlichen Weg, verlangt die Gerätenorm DIN EN 60335-2-76 Warnschilder. Spielen tagsüber Kinder oder Haustiere im Garten, schaltest du das Gerät bis zur Dämmerung ab.
Fallrohre, Bäume und Fassade glatt verkleiden
Fallrohre verkleidest du mit glatten, etwa 1 m hohen Manschetten aus PVC oder Metall, an denen der Waschbär keinen Halt findet. Der NABU Berlin warnt ausdrücklich vor Spikes und Hakenkränzen, weil sie eher als Kletterhilfe wirken. Das ist das Gegenteil dessen, was viele Anbieter bewerben.
Nach demselben Prinzip sicherst du Obstbaumstämme mit einem glatten Blechband, sofern keine Äste in Reichweite von Dach, Zaun oder Nachbarbaum führen. Äste kürzt du so, dass sie mindestens 2 m Abstand zum Dach halten; für stärkere Rückschnitte beachtest du die Schnittzeiten nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz. Rankgitter, Spaliere, Regentonnen und Holzstapel an der Hauswand rückst du ab oder verkleidest sie, denn jedes dieser Elemente dient als Treppenstufe zur Dachrinne.
Waschbär vom Dachboden vertreiben: Was hilft wirklich?
Hat der Waschbär den Weg vom Garten aufs Haus gefunden, hilft nur die Kombination aus Vergrämung am Ruheplatz, Spurenkontrolle und anschließendem Verschluss. Die Reihenfolge entspricht dem Vorgehen im Gartenhaus, der Zeitpunkt wiegt am Dach aber schwerer, weil Waschbären dort bevorzugt ihre Jungen aufziehen.
Wie lange dauert die Vergrämung am Ruheplatz?
Plane für den gesamten Ablauf rund ein bis zwei Wochen ein: mehrere Tage mit Dauerlicht, Radio und Geruchsreizen direkt am Ruheplatz, danach mindestens drei Nächte Kontrolle mit Mehl oder Sand. Der Ruheplatz liegt meist in einer warmen, geschützten Ecke zwischen Dämmung und Dachschräge und ist an Kot, Nistmaterial und zerfetzter Dämmwolle zu erkennen.
Das widerspricht dem NABU-Befund zur Wirkungslosigkeit von Reizen nur scheinbar. Die Vergrämung soll das Tier nicht dauerhaft fernhalten, sondern den Moment herbeiführen, in dem du den Zugang schließen kannst. Entstehen in der Kontrollphase neue Spuren, verlängerst du die Vergrämung und beginnst die Zählung der Nächte von vorn.
Einschlupfstellen erst nach der Jungenaufzucht verschließen
Während der Jungenaufzucht im Frühjahr und Frühsommer bleibt jede Einschlupfstelle offen, verschlossen wird erst, wenn keine neuen Spuren mehr entstehen. Sperrst du die Mutter aus, bleiben die Jungen zurück und verhungern. Das ist tierschutzrechtlich problematisch und hinterlässt dir Geruch, Fliegen und Folgeschäden an der Dämmung.
Ein häufiger Fehler ist Eile: Der erste Kotfund löst den Reflex aus, sofort alles zuzunageln. Fällt der Befund ins Frühjahr, sicherst du zunächst nur Garten und Kletterhilfen und verschiebst den Verschluss in Spätsommer oder Herbst, sobald die Spurenkontrolle negativ ausfällt.
Was kostet die bauliche Sicherung?
Die Kosten hängen weniger vom Material als von der Erreichbarkeit ab: Verzinktes Gitter ab 2 mm Drahtstärke und glatte Fallrohrmanschetten aus dem Baumarkt sind der kleinere Posten, teuer wird es, wenn Dachüberstände nur per Gerüst oder Hubsteiger erreichbar sind. Hol für Arbeiten in Traufhöhe zwei bis drei Angebote von Dachdeckern oder Zimmereien ein und lass Material, Arbeitszeit und Gerüst getrennt ausweisen.
Lass dabei Lüftungsöffnungen, Kaminverkleidungen und Dachüberstände gleich mitsichern, denn dort setzen Waschbären nach dem Verschluss der Hauptöffnung gern an. Eine vollständige Sicherung in einem Durchgang kommt in der Regel günstiger als zwei getrennte Handwerkereinsätze mit doppelten Gerüstkosten.
Waschbär Vergrämungsmittel im Vergleich
Im direkten Vergleich schneiden alle reinen Reizmethoden schwach ab, während Barrieren und der Entzug von Futter und Unterschlupf die einzigen Maßnahmen mit belastbaren Fürsprechern sind. Die Übersicht ersetzt keinen Labortest, ordnet aber die verfügbaren Aussagen ein.
| Methode | Bewertung nach Quellenlage | Sinnvoller Einsatz |
|---|---|---|
| Futterquellen abstellen (Tonnen, Kompost, Tierfutter) | Entzieht den Grund zum Bleiben | Garten, sofort |
| Duftstoffe, Essig, Lavendel, Minze, Knoblauch | Laut NABU nicht wirksam | Keiner |
| Lärm, chemische Mittel | An Gebäuden weitgehend wirkungslos (NABU Berlin) | Keiner |
| Ultraschall | Umstritten, Gewöhnung, keine Wirkung durch Wände | Höchstens ergänzend an einer Laufroute im Freien |
| Bewegungsmelder (Licht, Wasser) | Keine belastbaren Belege | Befristeter Zusatz an einem Punkt |
| Dauerlicht, Radio, Geruch am Ruheplatz | Von Praktikern empfohlen, mehrtägig | Dachboden, Gartenhaus, kurzfristig |
| Elektrodraht, Abdeckung | Vom NABU Berlin genannt | Rasen, Beete |
| Nematoden gegen Engerlinge | Ursachenbekämpfung, wirkt nicht sofort | Rasen mit Engerlingsbefall |
| Glatte Fallrohrmanschetten (ca. 1 m) | Vom NABU Berlin genannt, Spikes kontraproduktiv | Fassade, Baumstämme |
| Verzinkte Gitter ab 2 mm, Astschnitt (2 m Abstand) | Dauerhafte bauliche Lösung | Dach, Gartenhaus, Terrasse |
Für die Budgetplanung ergibt sich daraus eine klare Rangfolge: zuerst kostenlose Maßnahmen gegen Futterquellen, dann Gitter, Manschetten und Litze, erst danach und nur befristet ein Gerät mit Reizwirkung.
Rechtlicher Rahmen: Vergrämen ja, fangen nein
Als Eigentümer darfst du einen Waschbären vergrämen und dein Grundstück sichern, ihn aber nicht eigenmächtig fangen oder töten. Der Weg ohne Falle und Gift ist also kein Verzicht, sondern der Rahmen, den Jagd-, Tierschutz- und Naturschutzrecht für Privatpersonen ziehen.
Was regelt das Bundesjagdgesetz beim Waschbären?
Das Bundesjagdgesetz (BJagdG) führt den Waschbären nicht ausdrücklich als jagdbare Tierart auf. Nach § 2 Abs. 2 BJagdG dürfen die Bundesländer jedoch weitere Tierarten dem Jagdrecht unterstellen. Deshalb gelten für die Jagd auf Waschbären die jeweiligen Landesjagdgesetze.
Für Gartenbesitzer ist besonders § 6 BJagdG relevant. Demnach ruht die Jagd in sogenannten befriedeten Bezirken. Dazu zählen nach Maßgabe des jeweiligen Landesrechts in der Regel auch Hausgärten und bebaute Grundstücke.
Die wichtigsten gesetzlichen Regelungen im Überblick:
- § 2 BJagdG: Die Bundesländer können den Waschbären dem Jagdrecht unterstellen und landesspezifische Regelungen treffen.
- § 6 BJagdG: In befriedeten Bezirken ruht die Jagd grundsätzlich. Eine beschränkte Jagdausübung kann unter bestimmten Voraussetzungen gestattet werden.
- Landesjagdgesetze: Sie regeln unter anderem die Einstufung des Waschbären als jagdbare Art sowie mögliche Ausnahmen für die Jagd in befriedeten Bezirken.
- § 1 und § 17 Tierschutzgesetz: Tieren dürfen ohne vernünftigen Grund keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Das Töten eines Wirbeltiers ohne vernünftigen Grund ist strafbar.
- EU-Verordnung 1143/2014: Der Waschbär gehört zu den invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung. Seine vorsätzliche Freisetzung in die Umwelt ist grundsätzlich verboten.
Hinzu kommen zwei weitere Regelwerke. Nach § 1 und § 17 Tierschutzgesetz darfst du einem Tier ohne vernünftigen Grund weder Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen noch es töten. Weil der Waschbär zudem auf der Unionsliste der EU-Verordnung 1143/2014 über invasive gebietsfremde Arten steht, ist es verboten, ein gefangenes Tier an anderer Stelle freizulassen.
Gilt eine Schonzeit für Waschbären?
Ob eine Schonzeit gilt, entscheidet dein Bundesland: Die Jagdzeiten für den Waschbären legen Landesjagdgesetze und Jagdzeitenverordnungen fest, teils ganzjährig, teils mit Schonzeit. Bundesweit verbindlich ist dagegen der Elterntierschutz nach § 22 Abs. 4 BJagdG. Danach dürfen die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere bis zum Selbstständigwerden der Jungen nicht bejagt werden.
Auch wenn du selbst nicht jagst, betrifft dich diese Regel. Ein Jäger oder Stadtjäger, den du hinzuziehst, darf in der Aufzuchtzeit keine säugende Fähe entnehmen. Dasselbe Zeitfenster sperrt deinen Verschluss am Dachboden oder Gartenhaus.
Zuständige Behörden nach Bundesland
In den Flächenländern ist die untere Jagdbehörde beim Landkreis oder bei der kreisfreien Stadt zuständig, in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen die jeweilige Landesbehörde. Geht es um Artenschutz oder Maßnahmen gegen invasive Arten, ist zusätzlich die untere Naturschutzbehörde eingebunden.
So gehst du bei der Kontaktaufnahme vor:
- Zuständige Behörde ermitteln: Suche auf der Website deines Landkreises oder deiner Stadt nach der Jagdbehörde. Dort findest du in der Regel die Kontaktdaten und Informationen zu den örtlichen Regelungen.
- Waschbärproblem schildern: Beschreibe, wo sich das Tier aufhält, welche Schäden bereits entstanden sind und ob du Jungtiere vermutest.
- Zulässige Maßnahmen erfragen: Kläre, ob du bestimmte Zugänge verschließen darfst, eine Genehmigung benötigst oder ein berechtigter Jäger hinzugezogen werden muss.
- Wildtierberatung nutzen: Erkundige dich, ob es in deiner Gemeinde Stadtjäger, speziell beauftragte Jäger oder eine Wildtierberatungsstelle gibt.
Fazit: Zugänge schließen schlägt Gerüche streuen
Einen Waschbären, der schon im Garten ist, vertreibst du, indem du ihm erst das Futter, dann den Unterschlupf und zuletzt die Wege nimmst. Duftsprays, Hausmittel und Siegelprodukte sparst du dir. Ultraschall und Bewegungsmelder testest du allenfalls befristet an einer einzelnen Laufroute.
Am Rasen kombinierst du eine Spatenprobe auf Engerlinge mit Elektrodraht in zwei bis drei niedrigen Litzen, an der Fassade glatte Manschetten statt Spikes und einen Astschnitt auf 2 m Abstand zum Dach. Unterschlüpfe verschließt du erst, wenn die Mehlprobe drei Nächte sauber bleibt und keine Jungtiere im Spiel sind. Reicht das nicht, führt der Weg über die untere Jagdbehörde, nicht über die Falle aus dem Baumarkt.
FAQ zum Thema: Waschbär Vergrämungsmittel
Wie werde ich einen Waschbären im Garten am schnellsten los?
Räum noch heute Abend alles weg, was er fressen kann. Erst wenn der Garten keine Nahrung mehr bietet, greifen Vergrämung und Barrieren überhaupt.
Hilft Ultraschall gegen Waschbären?
Kaum, und wenn, dann nur kurzzeitig im Freien. Investiere zuerst in Gitter oder Litze; ein Ultraschallgerät gehört höchstens ans Ende deiner Einkaufsliste.
Woran erkenne ich, dass der Waschbär ausgezogen ist?
Daran, dass eine dünne Mehl- oder Sandschicht vor dem Einschlupf über drei aufeinanderfolgende Nächte unberührt bleibt. Dann darfst du verschließen, allerdings nicht in der Aufzuchtzeit.
Darf ich einen Waschbären fangen und woanders aussetzen?
Nein, beides ist dir untersagt. Fangen dürfen nur Berechtigte mit behördlicher Erlaubnis, und freilassen darf ein gefangenes Tier niemand, weil die Art EU-weit als invasiv gelistet ist.
Wer hilft, wenn Vergrämen nicht reicht?
Die untere Jagdbehörde deines Landkreises oder deiner Stadt. Dort erfährst du, ob ein Stadtjäger zuständig ist und ob für deinen befriedeten Bezirk eine Ausnahme infrage kommt.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion geprüft und freigegeben.
